Fenster und Gebäudehülle: Teil 4

Fenster und Gebäudehülle: Eine neue Artikelserie beleuchtet ab sofort die entscheidenden Schnittstellen zwischen Fenster und Fassade.

Teil 4: Wie Tageslicht und Solarenergie Hand in Hand gehen

Die Kombination von Photovoltaik und Dachfenstern sichert nachhaltigen Strom, viel Tageslicht und Wohngesundheit.

 

Text und Fotos: VELUX Schweiz AG

Der Ausbau erneuerbarer Energien ist eine zentrale Säule der Energiewende. Wir alle können dazu beitragen, diese Entwicklung voranzutreiben – mit der Entscheidung für Ökostrom und, wenn die individuellen Gegebenheiten es ermöglichen, mit der einfachsten und günstigsten Möglichkeit der privaten Stromerzeugung: mit der Photovoltaik. Trotz der immensen Bedeutung von erneuerbaren Energien sollte aber die Wohnqualität in den Dachräumen nicht vernachlässigt werden. Es gilt, eine ausreichende Tageslicht-Versorgung der Innenräume bei der Planung der Systeme sicherzustellen. Diese gilt als wichtiger Faktor für Wohlbefinden und Gesundheit und kann dazu beitragen, den Bedarf an elektrischer Beleuchtung und technischen Lüftungssystemen zu minimieren und somit die Energieeffizienz des Gebäudes zu verbessern.

Wertvolles Zusammenspiel

Die Kombination von Photovoltaik-Anlagen und Dachfenstern ist extrem sinnvoll, um das Dach möglichst nachhaltig zu nutzen. Neben der Erzeugung von Strom durch erneuerbare Energiequellen durch das Photovoltaik-System sorgen die Dachfenster für hohe Wohnqualität mit viel Tageslicht und gesundes Innenraumklima. Zudem sorgen Fensterflächen im Dach für passive Energiegewinne und einen geringeren Bedarf an Kunstlicht. Auch eine kürzlich veröffentlichte Studie von Velux zeigt den Stellenwert von Photovoltaik-Anlagen bei der Schweizer Bevölkerung. So gaben rund 30 Prozent der befragten Personen an, bei einem in den nächsten fünf Jahren geplanten Umbauprojekt Solarpanels zu installieren oder zu erneuern.

Unterschiedliche Lösungsansätze

Bei der Installation von Photovoltaik-Anlagen auf dem Dach können Hausbesitzende zwischen Aufdach- und Indach-Photovoltaik-Anlagen entscheiden. Während erstere das Aussehen von Wohnhausdächern beeinflussen, sind Indach-Anlagen die optisch elegantere Variante, Sonnenlicht in Energie umzuwandeln. Bei der Nutzung von Photovoltaik auf geneigten Dächern mit Aufdach-Systemen werden die Photovoltaik-Module mithilfe einer Unterkonstruktion oberhalb der klassischen Dachdeckung montiert. Da die Dachfenster nicht direkt mit dem Aufdach-Photovoltaik-System verbunden werden, können grundsätzlich alle Velux Dachfenster und Lichtlösungen mit den üblichen Eindeckrahmen in das Dach integriert werden. Das Dach selbst und die Anschlüsse seiner Einbauteile bleiben davon weitgehend unberührt.

Zugang zu Tageslicht und frischer Luft

Wenn Photovoltaik-Module bei Indach-Systemen die klassische Dachdeckung ersetzen, müssen Dachfenster nicht an Ziegel oder Schindeln, sondern an die Module selbst angeschlossen werden. Die Module ersetzen in diesem Fall die Dachdeckung. Daher wird auch von dachintegrierten Anlagen gesprochen, weil es bei diesen Lösungen keine herkömmlichen Ziegel- oder Schindeldeckung mehr gibt. Stattdessen bilden die Photovoltaik-Module den Witterungsschutz und die wasserführende Ebene. So muss der Eindeckrahmen von Dachfenstern bei den integrierten Photovoltaik-Anlagen nicht an Dachziegel- oder Schieferdeckungen anschliessen, sondern technisch und optisch elegant den Übergang zum jeweiligen Modulsystem vermitteln. Der Dachfensterhersteller Velux bietet hierfür spezielle Eindeckrahmen, die Dachhandwerksbetrieben eine einfache und sichere Montage von Kombinationen aus Indach-Photovoltaik-Modulen und Dachfenstern ermöglichen. So muss auch bei für die Energiegewinnung genutzten Dächern künftig nicht auf Tageslicht und frische Luft verzichtet werden. Zudem sind die Eindeckrahmen mit einer Vielzahl von Modulen unterschiedlicher Schweizer Hersteller kompatibel.

Auf Bewährtes setzen

Die neuen Eindeckrahmen von Velux setzen ganz bewusst auf die bewährten Arbeitsschritte, wie sie bereits von den Eindeckrahmen für klassische Dachdeckungen bekannt sind. Der Dachfenstereinbau funktioniert dadurch auch in Photovoltaik-Anlagen in der vertrauten Art und Weise. Der erste Schritt ist die Festlegung der Einbauposition, die sich einerseits nach den Sparren richtet und andererseits ein regelmässiges Raster mit den künftigen Photovoltaik-Modulen bilden soll: In der fertigen Ansicht nimmt das Fenster genau den Platz eines Moduls ein. Das Dachfenster wird wie üblich montiert und das fugenlose Unterdach fachgerecht am Rahmen hochgezogen. Am Dachfenster folgt nun die Montage des Eindeckrahmens, beginnend mit dem Eindeckrahmen-Unterteil. Anschliessend kann das untere Blendrahmen-Abdeckblech angeschraubt werden. Ähnlich geht es an den Seiten weiter: Eindeckrahmen-Seitenteile mittels Lasche befestigen, danach seitliche Blendrahmen-Abdeckbleche montieren. Abschliessend kann das Eindeckrahmen-Oberteil aufgeschoben und exakt nach Einbauanleitung mit den Seitenteilen verbunden werden. Dank eines anpassungsfähigen Hutprofils entsteht seitlich zudem eine regensichere Verbindung zwischen Solarsystem und Fenster.

Lösung für verschiedene Modulsysteme

Somit unterscheidet sich die Montage des Eindeckrahmens für Solarsysteme nur wenig von den bei herkömmlichen Dachdeckungen wie Ziegel oder Schiefer auszuführenden Handgriffen. Das Hutprofil schafft eine dichte, aber trotzdem um bis zu 25 Millimeter anpassungsfähige Verbindung, wobei die seitlichen Einschubbleche bauseits zu erstellen sind. Gleichzeitig sorgt die Lösung für einen ästhetischen und absolut verschattungsfreien Übergang. Der Eindeckrahmen verdeckt keinen aktiven Teil des Photovoltaik-Moduls, die maximal mögliche Energiegewinnung bleibt gewährleistet. So ist eine einfache, schnelle, sichere und nahtlose Integration von Velux Dachfenstern in Photovoltaik-Indach-Systeme möglich.

Dieser Artikel erschien im Magazin Gebäudehülle. Er bildet den vierten Teil der Fenster-Serie.